Paris, December 10, 2012 -- Moody's behält seinen negativen Ausblick für die deutsche
Versicherungswirtschaft bei. Dies ist in erster Linie Ausdruck
1. des schwierigen makroökonomischen Umfelds, 2.
der für den Zeitraum nach 2012 erwarteten, anhaltend geringen
Rentabilität in der Kfz-Versicherung und der Ergebnisschwäche
in der Schaden- und Unfallversicherung insgesamt sowie 3.
der Herausforderungen, die sich in der Lebensversicherungssparte
aus dem Niedrigzinsumfeld und Solvency II ergeben. In dem Ausblick
äußert sich die Erwartung von Moody's bezüglich der
Entwicklung der für die Bonität maßgeblichen Rahmenbedingungen
in der Branche während der nächsten 12 bis 18 Monate.
Der zugehörige Bericht trägt den Titel German Insurance:
P&C Results Remain Constrained; Unresolved Structural Issues
in Life" und steht den Abonnenten von Moody's über den
Link am Ende dieser Veröffentlichung zur Verfügung.
Die deutsche Volkswirtschaft ist zwar nach wie vor widerstandsfähig.
Das BIP wird jedoch weiterhin nur verhalten wachsen, was auch das
Wachstumspotenzial der Versicherer beeinträchtigt. Die mittelbaren
Folgen der aktuellen Wirtschaftskrise, wie der schwächere deutsche
Bankensektor und die niedrigen Zinsen, werden sich ebenfalls nachteilig
auf die deutschen Versicherer auswirken.
Nach mehreren Jahren intensiven Wettbewerbs sind die Beitragssätze
in der Schaden- und Unfallversicherung in den vergangenen beiden
Jahren erstmals wieder gestiegen. Gemessen an den jüngsten
Ergebnisrückgängen fielen diese Erhöhungen jedoch moderat
aus. Vor allem in der Kfz-Versicherung wird die Schaden-Kosten-Quote
(Combined Ratio) sehr hoch bleiben. Für 2013 rechnet Moody's
erneut mit einer moderaten Erhöhung der Prämien in der Kfz-Versicherung.
Allerdings dürfte dies durch den zunehmenden Wettbewerb in anderen
Sparten und die geringen Kapitalanlageerträge kompensiert werden.
Dies wird in den kommenden Jahren zu einer Verlangsamung der positiven
Ergebnisentwicklung in der Schaden- und Unfallversicherung insgesamt
führen.
Moody's geht davon aus, dass die Zinsen auf einem niedrigen
Niveau verharren werden, was die Rentabilität und Kapitalausstattung
der Lebensversicherer weiter belasten wird. Die Versicherer verfügen
über immer weniger Spielraum, um die negativen Auswirkungen
der niedrigen Zinsen auszugleichen. Zudem gestaltet sich der Absatz
fondsgebundener Produkte, die für die Versicherer einträglicher
sind, im aktuellen Umfeld schwierig. Gleichzeitig schränken
die hohen Garantiezinsen in den bestehenden Versicherungsverträgen
die Fähigkeit der Versicherer ein, die vertraglich zugesicherten
Leistungen weiter deutlich zu senken. Um die Anlagerenditen zu
steigern, investieren die Versicherer in neue Assetklassen,
wie Darlehen und Infrastrukturprojekte, wodurch sich das Kreditrisiko
zu einem gewissen Grad erhöhen könnte. Moody's
geht allerdings nicht davon aus, dass diese Vermögenswerte
einen großen Teil der Anlageportfolios der Versicherer ausmachen
werden.
Die deutsche Lebensversicherungsbranche ist erheblichen Zinsänderungsrisiken
ausgesetzt. Dies ist auf die Ausstattungsmerkmale deutscher Lebensversicherungspolicen
(hohe Garantiezinsen, lange Laufzeiten) und die beträchtlichen
Laufzeitinkongruenzen zurückzuführen, mit denen die deutschen
Versicherer arbeiten. Nach Auffassung von Moody's war die
Lobbyarbeit, die von Teilen der Branche geleistet wurde, um
die Einführung von Solvency II zu verzögern bzw. den
Anwendungsbereich der Richtlinie zu begrenzen, teilweise auf den
Widerwillen einiger Akteure zurückzuführen, sich mit diesem
Thema auseinanderzusetzen. Von Seiten der Aufsichtsbehörde
werden neue Anforderungen an die Versicherer gestellt, die zwar
den gesamten Sektor widerstandsfähiger machen sollen. Einige
deutscher Versicherer werden dadurch aber weiterhin ein von hohen Risiken
geprägtes Risikoprofil aufweisen. Zudem werden sich u.
E. die Schwächen mancher Versicherer aufgrund des potenziellen
Misstrauens der Versicherungsnehmer und möglicher Wettbewerbsverzerrungen
negativ auf die Bonität aller Wettbewerber auswirken.
Die bevorstehende Bundestagswahl im September 2013 sorgt für zusätzliche
politische und aufsichtsrechtliche Unsicherheit in der deutschen Versicherungswirtschaft.
Die Reformen, die nach den Wahlen eventuell angegangen werden,
betreffen 1. die Vergütung von Intermediären (Wahrscheinlichkeit
der Umsetzung: hoch; erwartete Schwere der Folgen: mittel)
sowie 2. die Krankenversicherungspflicht (Wahrscheinlichkeit der
Umsetzung: mittel; erwartete Schwere der Folgen: mittel).
Der Bericht mit dem Titel German Insurance: P&C Results
Remain Constrained; Unresolved Structural Issues in Life" ist
im Internet auf der Moody's-Website unter www.moodys.com
verfügbar.
http://www.moodys.com/research/German-Insurance-PC-Results-Remain-Constrained-Unresolved-Structural-Issues-in--PBC_147834
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Moody's: Deutsche Versicherungswirtschaft geprägt von unverändert schwachen Ergebnissen in der Schaden- und Unfallversicherung sowie ungelösten strukturellen Problemen in der Lebensversicherungssparte