London, 06 December 2012 -- Die anhaltende Staatsschuldenkrise und die Wachstumsschwäche bzw.
das Negativwachstum bei der Wirtschaftsleistung im Euroraum werden 2013
die Haupteinflussfaktoren auf die Unternehmen des Nichtfinanzsektors im
Raum Europa, Naher/Mittlerer Osten, Afrika (EMEA) sein.
Zu dieser Einschätzung gelangt die internationale Ratingagentur Moody's
Investors Service in einem heute veröffentlichten Special Comment.
Die Veröffentlichung mit dem Titel EMEA Corporates:
2013 Outlook" ist im Internet unter www.moodys.com
verfügbar. Abonnenten von Moody's können über
den Link am Ende dieser Pressemitteilung direkt auf den Bericht zugreifen.
Moody's geht davon aus, dass die Bonitätsschwäche
bei einigen Emittenten weiter anhalten wird. Dabei dürfte
die Zahl der Herabstufungen die Zahl der Heraufstufungen auch 2013 erneut
übersteigen", so Jean-Michel Carayon, Senior
Vice President bei Moody's und Koautor des Berichts. Nach
Einschätzung der Ratingagentur wird sich das geringe Wachstum in
Verbindung mit den anhaltenden Sparmaßnahmen der Regierungen dämpfend
auf die Konsumausgaben auswirken. Branchen wie Telekommunikationsdienstleistungen,
der Einzelhandel und die Automobilhersteller werden hiervon am stärksten
betroffen sein.
Per Anfang Dezember gab es im EMEA-Raum nur geringfügig mehr
stabile als negative Branchenausblicke. In Branchenausblicken bringt
Moody's seine Meinung über das jeweilige Geschäftsumfeld
zum Ausdruck, was auch in die Ratings für Industrieunternehmen
einfließt. Sollten sich die Negativtrends fortsetzen,
könnte Moody's im Laufe des Jahres 2013 weitere Ausblicke auf
negativ" setzen. Bereits im Februar hatte die Ratingagentur
ihre Ausblicke für den europäischen Einzelhandelssektor und
die europäischen Automobilteilezulieferer in negativ"
geändert, im November dann auch den Ausblick für die Chemieindustrie
in Nordamerika und im EMEA-Raum.
Angesichts des mangelnden Vertrauens in eine konjunkturelle Erholung haben
die Emittenten in zyklischen Branchen wie der Stahl-, Chemie-
und Baustoffindustrie nur noch begrenzten Spielraum, um weitere
Bonitätsschwächen in den aktuellen Ratingkategorien wegzustecken.
Auch die schwache Nachfrage wird die Ertragslage in verschiedenen Bereichen
der Chemieindustrie beeinträchtigen und sich sogar auf größere
Konzerne wie Akzo Nobel NV (Baa1, unter negativen Vorzeichen auf
der Watchlist) auswirken, die nach wie vor über Sparten verfügt,
die wenig rentabel sind. In der Baustoffbranche sind geographisch
weniger breit aufgestellte Unternehmen wie Italcementi SpA (Ba2,
negativer Ratingausblick) eher anfällig.
Die Unterschiede in der operativen Entwicklung zwischen Unternehmen mit
umfangreichen Risikoengagements auf südeuropäischen Märkten
und denjenigen, die sich eher in Nordeuropa engagieren, sind
unverändert groß. Dies lässt sich z. B.
an den Ergebnissen von Fiat SpA (Ba3, negativer Ratingausblick)
oder Telefónica SA (Baa2, negativer Ausblick) ablesen.
Moody's weist zudem auf die wachsende Gefahr einer Ausweitung der wirtschaftlichen
Schwierigkeiten von den südeuropäischen Staaten auf die Länder
Nordeuropas hin.
Eine weitere Bonitätsverschlechterung und das daraus resultierende
Abrutschen großer Unternehmen vom Investment- in den spekulativen
Bereich (gefallene Engel") könnte zudem die gesamte
Ratinglandschaft bei den europäischen Unternehmen des Nichtfinanzsektors
verändern und die Rahmenbedingungen am ohnehin volatilen Kapitalmarkt
zusätzlich verschärfen. ArcelorMittal (Ba1, negativer
Ratingausblick) ist der hochkarätigste gefallene Engel"
der jüngsten Vergangenheit im EMEA-Raum.
Moody's geht davon aus, dass auch das langsamere Wirtschaftswachstum
in den Schwellenländern, allen voran China, im kommenden
Jahr wesentlichen Einfluss auf die Bonitätsentwicklung in zyklischen
Branchen wie der Chemie- und Stahlindustrie haben wird.
Dies könnte sich negativ auf die Umsätze derjenigen europäischen
Unternehmen auswirken, die sich Schwellenländern zugewandt
haben, um das geringe Wachstum in ihren klassischen westeuropäischen
Märkten zu kompensieren.
Die Liquiditätsausstattung der Unternehmen wird alles in allem recht
solide bleiben. Für 2013 wird allerdings mit einer allmählichen
Abschwächung gerechnet. Dies wird zum einen auf die Staatsschuldenkrise
zurückzuführen sein. Zum anderen wird es das Ergebnis
der anhaltend restriktiven Kreditvergabe seitens der Banken sein,
die sich auf Schuldenabbau und die Stärkung ihrer Eigenkapitalkennzahlen
konzentrieren.
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http://www.moodys.com/viewresearchdoc.aspx?docid=PBC_146970
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Moody's: Europäischen Unternehmen droht 2013 Gefahr durch Krise und Wachstumsschwäche im Euroraum