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Moody's: Möglicher Wahlausgang ohne nennenswerte Folgen für Kreditprofile deutscher Emittenten

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Global Credit Research - 29 Aug 2017

London, 29 August 2017 -- Der Ausgang der Bundestagswahl wird zwar richtungsweisend für die künftige Wirtschafts- und Finanzpolitik sein, die wiederum Einfluss auf das Bonitätsumfeld in den nächsten vier Jahren haben wird. Der Wahlausgang dürfte jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf die Bonität der gerateten Schuldtitelemittenten in Deutschland haben. Zu dieser Einschätzung gelangt die internationale Ratingagentur Moody's Investors Service in einem heute veröffentlichten Bericht.

Der Bericht mit dem Titel "Cross-Sector -- Germany: Credit profiles resilient to election outcome, regardless of new coalition composition" steht auf der Moody's-Website unter www.moodys.com zur Verfügung. Abonnenten von Moody's können über den Link am Ende dieser Pressemitteilung direkt auf den Bericht zugreifen. Die Research-Publikation ist eine Aktualisierung für die Märkte und stellt keine Ratingaktion dar.

"Auch wenn die Wahl unterschiedliche Koalitionen hervorbringen könnte, gehen wir davon aus, dass keine der plausiblen Konstellationen wesentlichen Einfluss auf die Kreditprofile der gerateten Schuldtitelemittenten Deutschlands haben wird", so Colin Ellis, Managing Director bei Moody's und Koautor des Berichts.

Die Kreditqualität der Bundesrepublik wird sich aufgrund der sehr großen institutionellen Stärke, Wirtschafts- und Finanzkraft Deutschlands als widerstandsfähig gegenüber allen plausiblen Wahlausgängen erweisen.

Die Reaktion der politischen Entscheidungsträger auf die zunehmenden demographischen Belastungen und ihre Herangehensweise an die Flexibilisierung des Arbeitsmarktes werden jedoch Einfluss auf die Wachstumsrate und den Schuldenstand haben. Auf europäischer Ebene wird die Haltung der neuen Bundesregierung zu Themen wie der Einrichtung eines Schuldenpools oder Finanztransfers zwischen EU-Staaten ein bedeutender Faktor sein.

Angesichts der unterschiedlichen Positionen der großen Parteien in diesen und anderen wichtigen politischen Fragen wird die Zusammensetzung der nächsten Regierungskoalition zumindest am Rande beeinflussen, wie sich das Kreditprofil der Bundesrepublik künftig entwickeln wird.

Der Wahlausgang wird nur eingeschränkte Auswirkungen auf die regionalen (Länder) und kommunalen Gebietskörperschaften haben, deren Haushalte nach der Wahl nicht unter Druck geraten dürften. Die jüngst beschlossene Neuregelung des Bund-Länder-Finanzausgleichs ab 2020 sowie die Schuldenbremse sind Bestandteile, die Moody's' Sicht eines berechenbaren und stabilen operativen Umfelds stützen.

Aufgrund ihrer Größe und geographischen Diversifikation wird sich auch die Bonität der meisten in Deutschland ansässigen und gerateten Unternehmen des Nichtfinanzsektors als widerstandsfähig gegenüber dem Wahlausgang erweisen. Inländische Umsätze machen üblicherweise einen geringen Teil der Konzernumsätze großer deutscher Industrieunternehmen aus. Dies hat zur Folge, dass jegliche Veränderungen bei den Körperschaftsteuersätzen, bei den Erwartungen für das Wirtschaftswachstum oder auch beim Konsumklima aller Wahrscheinlichkeit nach nur zu geringfügigen Veränderungen bei der Rentabilität und Kreditqualität führen werden.

Während die großen Parteien an den gesteckten Zielen für die Energiewende und den Klimawandel festhalten werden, dürfte eine eher linke Regierungskoalition vermutlich den Ausstieg aus der Kohlestromerzeugung und den Umstieg auf emissionsfreie Energieversorgung, Wohnquartiere und Wärmeerzeugung beschleunigt vorantreiben. Dies würde konventionelle Energieerzeuger, die Wärme- und Kohlekraftwerke betreiben, zusätzlich unter Druck setzen.

Was die Infrastruktur betrifft, befürworten alle großen Parteien die Sanierung und den Ausbau des Straßen- und Schienenwegenetzes. Unter Umständen gibt es erhebliches Investitionspotenzial mit der Möglichkeit weiterer öffentlich-privater Partnerschaften (PPP), insbesondere beim Ausbau des Straßenwegenetzes, sofern die entsprechenden Projekte als kostengünstig erachtet werden.

Eine Verschlechterung der Kreditqualität deutscher Finanzinstitute nach der Wahl erscheint unwahrscheinlich. Wahlbedingte Veränderungen im Bankensektor wären auf die makroökonomische Performance Deutschlands beschränkt. Der Einfluss des Wahlausgangs auf das Wirtschaftswachstum wäre aufgrund des inländischen Fokus des deutschen Bankensystems von größter Relevanz.

Im Bereich der strukturierten Finanzierungen dürfte die Wahl ohne Auswirkungen auf die Kreditqualität inländischer Verbriefungstransaktionen und Pfandbriefe (Covered Bonds) bleiben.

Abonnenten können über diesen Link auf den Bericht zugreifen: https://www.moodys.com/viewresearchdoc.aspx?docid=PBC_1088790

HINWEIS FÜR JOURNALISTEN: Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte telefonisch an eine unserer Presse-Hotlines in London, Tel. +44 20 7772-5456; New York, Tel. +1 212 553-0376; Tokio, Tel. +813 5408-4110; Hongkong, Tel. +852 3758-1350; Sydney, Tel. +61 2 9270-8141; Mexiko-Stadt, Tel. +1 888 779-5833; São Paulo, Tel. +1 0800 891-2518; oder Buenos Aires, Tel. +1 0800 666-3506. Alternativ können Sie uns auch gerne eine E-Mail an mediarelations@moodys.com schicken oder uns im Internet unter www.moodys.com besuchen.

Dies ist eine deutsche Übersetzung der englischen Pressemitteilung "Moody's: German debt issuers' credit profiles resilient to potential election outcomes" vom 29. August 2017. Bei Unstimmigkeiten zwischen der deutschen und englischen Fassung ist allein der englische Ausgangstext maßgeblich.

Die vorliegende Veröffentlichung stellt keine Ankündigung einer Ratingaktion dar. Nähere Informationen zu den jüngsten Ratingaktionen sowie zur gesamten Ratinghistorie hinsichtlich der Bonitätsbeurteilungen, auf die hierin Bezug genommen wird, finden sich unter www.moodys.com auf den Internetseiten zu diesem Emittenten/Unternehmen unter der Rubrik Ratings".

Rahul Ghosh
Vice President
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Moody's Investors Service Ltd.
One Canada Square
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Client Service: 44 20 7772 5454

Colin Ellis
Managing Director
Credit Strategy and Standards
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